PM: Kein Preis für Überwachungs-Milliardär Peter Thiel

Kein Preis für Überwachungs-Milliardär Peter Thiel

PM des Netzwerk Sicherheit ohne Überwachung vom 23. September 2026

Am morgigen Donnerstag, den 24. September soll der US-Milliardär Peter Thiel den Axel Springer Award erhalten. Das Netzwerk »Sicherheit ohne Überwachung« wendet sich entschieden gegen eine Ehrung dieses offen reaktionären, antidemokratischen Tech-Investors. Peter Thiel ist Gründer des Unternehmens Palantir Technologies Inc.

Die Kritik am Einsatz der Produkte von Palantir ist zuletzt auch in Deutschland lauter geworden. Jedoch bezieht sich die Kritik zumeist auf die Person Peter Thiel und die Tatsache, dass Palantir ein US-Unternehmen ist. Derzeit wird im Bundestag weitgehend unbeachtet ein umfassendes Gesetzespaket diskutiert, dass den Einsatz eben jener Technologie für die Strafverfolgungsbehörden und die Polizeibehörden des Bundes vorsieht. Nach den Vorstellungen der Bundesregierung sollen die Sicherheitsbehörden automatisierte Analysen auf Grundlage gigantischer Datenbestände aus verschiedenen Quellen durchführen dürfen – also genau das, was Palantir seit Jahren als vermeintlich »moderne« Polizeiarbeit propagiert.

Die Zusammenführung großer Datenmengen sensibler personenbezogener Daten – etwa aus Polizeidatenbanken und dem Internet – durch intransparente Algorithmen ermöglicht eine umfassende Profilbildung einzelner Personen. Zugleich ermöglicht die Software eine Massenüberwachung der Bevölkerung und die Analyse von Netzwerken. Das Gesetzespaket sieht außerdem keinen ausreichenden Schutz vor KI-verstärkter Diskriminierung vor und führt zu »Chilling Effects« auf die Auswirkung von Grundrechten wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

»Dass die Technologie selbst zutiefst antidemokratisch und auf eine umfassende datengestützte Kontrolle der Gesellschaft gerichtet ist, wird kaum diskutiert. Stattdessen wird auf die ›bösen Amerikaner‹ gezeigt. Aber auch eine europäische Version entsprechender Software wäre ebenso abzulehnen, wie es die Überwachungs- und Allmachtsfantasien ihrer Befürworter sind – seien es reaktionäre US-Milliardäre oder deutsche Innenpolitiker*innen«, sagt Maya Mosch vom Netzwerk »Sicherheit ohne Überwachung«.

Seit Jahren propagiert Thiel antidemokratische Ideen. Demnach sollten Unternehmen von allen Regeln befreit sein, während die Bevölkerung engmaschig und auf Grundlage umfassender Datenbestände kontrolliert wird. Er vertritt extrem nationalistische Positionen und sieht in einer globalen regelbasierten Ordnung nicht weniger als den »Antichrist«.

»Es wundert nicht, dass Mathias Döpfner und die Axel Springer SE dem Reaktionär Peter Thiel nahestehen. Einen Preis an einen offenen Antidemokraten damit zu begründen, wie bedeutend seine Überwachungstechnologien › für die Resilienz von Demokratie‹ seien, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten«, so Maya Mosch.

Thiel ist Vordenker und Finanzier rechtsextremer Bewegungen und als Mitgründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Palantir für äußerst gefährliche Überwachungstechnologien verantwortlich. Er hat sich als zentraler Strippenzieher der Trump-Regierung etabliert und deren Bündnis mit den großen US-amerikanischen Technologie-Unternehmen in die Wege geleitet. Insbesondere die politische Karriere des derzeitigen US-Vizepräsidenten JD Vance beruht fast ausschließlich auf der langjährigen Förderung durch Peter Thiel.

Kontakt:

https://sicherheit-ohne-ueberwachung.org/

Mail: info(at)sicherheit-ohne-ueberwachung.org

Aktivisten des Netzwerks haben heute bereits vor dem Axel-Springer-Haus ihrem Protest lautstarken Ausdruck verliehen. Bilder der Aktion finden Sie unter freier Lizenz unter:

https://digiges.portknox.net/s/onjniXJktGK5qFk?dir=/